Die Aussage der Evolutionisten, dass die gesamte Natur in einem Kampf ums Überleben steht und alle Tiere miteinander in Konkurrenz stehen, verliert eindeutig an Gültigkeit, wenn man betrachtet, wie die Tiere zusammenleben. Die meisten Lebewesen stehen nicht in einem Konkurrenzkampf, sondern nutzen die Vorteile, die ihnen Solidarität, Kooperation und Opferbereitschaft bringen.
Eigentlich sind sich auch die Evolutionisten dieser offensichtlichen Tatsache in der Natur bewusst und versuchen dies mit der Evolutionstheorie in Einklang zu bringen. Der berühmte Evolutionist Peter Kropotkin hat bei Beobachtungen in Ostsibirien und der Mandschurei viele Beispiele für Hilfestellungen zwischen Tieren festgestellt und sogar ein Buch darüber verfasst. Über die Solidarität im Tierreich schreibt Kropotkin folgendes:
Als wir anfingen uns mit dem Begriff Kampf ums Überleben zu beschäftigen, war das Erste, das uns verwunderte, die Beispiele für gegenseitige Hilfe. Die meisten Evolutionisten haben eingesehen, dass diese gegenseitige Hilfe nicht nur dem Zweck die nächste Generation großzuziehen dient, sondern auch den Individuum Schutz und Nahrung bietet. In weiten Gebieten des Tierreichs ist gegenseitige Hilfe ein Gesetz. Diese gegenseitige Hilfsbereitschaft lässt sich im Tierreich auch bei Tieren auf der niedrigsten Entwicklungsstufe beobachten...111
| Antilopen und Zebras leben normalerweise in Sippen zusammen. Sie kennen sich untereinander und auch ihre Feinde sehr gut. Falls ein Zebra bemerkt, dass ein Feind eine der Antilopen angreifen möchte, so warnt es sofort die Antilopenherde über die drohende Gefahr. |
Diese Beobachtungen von Kenneth Walker sind nur kleine Beispiele für die Opferbereitschaft und Kooperation, die man jederzeit im Tierreich feststellen kann. Überall kann der Mensch Beobachtungen über ähnliche Verhaltensweisen anstellen. Doch das wichtigste ist, dass der Mensch über diese erstaunlichen Beispiele nachdenkt.
Hat es einen Grund, warum ein Lebewesen, das per Zufall entstanden ist und in der Natur den „Kampf ums Überleben” austrägt, sich so sorgsam verhält? Oder eher gesagt, ist es möglich von einem Tier so intelligentes und aufopferungsvolles Verhalten zu erwarten?
Natürlich nicht. Ein aus Zufall entstandenes und unbewusstes Wesen kann kein „intelligentes” Verhalten aufweisen. Es kann nicht in Betracht ziehen, andere zu schützen. Die einzige Erklärung für alle diese Verhaltensweisen der Tiere liegt in der Existenz Gottes, Der sie leitet und ihnen Inspiration verleiht.
Auf den folgenden Seiten werden wir einige Beispiele genauer betrachten und so die Herrschaft Gottes über die Kreatur deutlich vor Augen haben.
| Es gibt in der Natur kein Lebewesen, das nur den Kampf ums Überleben führt, wie die Evolutionisten es behaupten. Viele Lebewesen zeigen dank der Inspiration, die Gott ihnen gegeben hat, barmherziges und opferbereites Verhalten. |
Präriehunde leben in großen Kolonien. Ihre Bauten gleichen fast einer Stadt und sind in Abteilungen gegliedert, in denen jeweils rund 30 Tiere leben. Alle Tiere innerhalb einer „Stadt” kennen sich. Jederzeit stehen einige Tiere auf Erdhügeln, von wo aus sie alle Richtungen überschauen können, an den Tunnelausgängen und Eingängen auf den Hinterfüssen Wache. Wenn einer der Wächter einen Feind sieht, bellt er einen Warnruf. Diese Warnung wird von den anderen Wachposten aufgenommen und wird so in der gesamten Stadt bekannt gemacht.116
| Präriehunde sind dafür bekannt, dass sie immer auf der Hut sind und bei Gefahren durch schrille Pfiffe alle Tiere in der Umgebung warnen. |
Säugetiere reagieren ebenfalls gemeinschaftlich, wenn ihre Familie angegriffen wird. Wenn Zebras angegriffen werden, nehmen sie die Jungtiere in die Mitte der Herde. Wir können dazu folgendes Beispiel liefern: Während seiner Beobachtungen in Ostafrika hat die Britische Wissenschaftlerin Jane Goodall beobachtet, dass drei Zebras bei einem Raubtierangriff von den anderen getrennt wurden. Als die anderen Zebras bemerkten, dass drei Tiere in Gefahr waren, sind sie sofort umgekehrt und haben ihre Artgenossen gerettet, indem sie die Feinde mit ihren Hufen und Zähnen vertrieben haben.119
| Gazellen und Antilopen führen einen eigenartigen Hüpftanz auf, um die Anderen vor Gefahren zu warnen. |
| |
Wenn ein Grauwalweibchen verletzt wird, eilen ihm ein oder mehr Männchen zur Hilfe. Damit das Weibchen atmen kann, halten sie es über der Wasseroberfläche und schützten sie vor Angreifern.123
| Das Leben in der Herde ist für die Jungen immer von Vorteil. In Gefahrenmomenten nehmen die ausgewachsenen Tiere die Jungen zu sich und sichern so ihren Schutz. |
Jeder Mensch sollte darüber nachdenken, wie gut die Tiere zusammenleben, einander beschützen und gemeinsam agieren. Denn wie wir bereits zu Beginn erläutert haben, sind die Tiere, von denen hier die Rede ist, nicht wie Menschen mit Verstand und Bewusstsein gesegnet. Es handelt sich um Zebras, Vögel, Käfer, Delfine und andere, die keinen Verstand und kein Bewusstsein haben.
Natürlich kann kein mit Verstand gesegneter Mensch behaupten, dass diese Lebewesen solche Kooperation eigenständig bewerkstelligen können. Das Ergebnis, zu dem ein mit Verstand gesegneter Mensch im Angesicht dieser Tatsachen kommen muss, ist folgendes: Alles in der Natur ist das Ergebnis eines unendlich weisen und mächtigen Schöpfers. Gott ist dieser Schöpfer, Der alle Menschen, Tiere, Käfer, Pflanzen, beseelten und unbeseelten Existenzen geschaffen hat. Er verfügt über die höchste Macht, Barmherzigkeit, Liebe, Verstand, Wissenschaft und Weisheit. Außerdem sollte man über die folgende Wahrheit nachdenken, die Er uns im Quran offenbart hat:
Gott sei also alles Lob, dem Herrn der Himmel und dem Herrn der Erde, dem Herrn der Welten! Sein ist die Herrlichkeit in den Himmeln und auf Erden. Und Er ist der Erhabene, der Weise. (Sure al-Dschathiya, 36-37)„Dem Herrn der Himmel und der Erde und was zwischen beiden ist dem Mächtigen, dem Vergebenden." (Sure Sad, 66)
| Afrikavögel reihen sich wie man auf diesem Bild sieht, auf den Ästen auf, an denen ihre Nahrung hängt. Und mit dem Mund reichen sie die Früchte an ihre Artgenossen weiter, die selber nicht darankommen. |
Wenn beispielsweise Antilopenweibchen werfen, bevorzugen sie ein Gestrüpp etwas abseits der Herde. Doch während der Geburt sind sie nicht alleine. An ihrer Seite ist ein anderes Weibchen aus der Herde, um zu helfen.
Auch Delfine sind für ihre Hilfsbereitschaft während der Geburt bekannt. Sobald die Jungen zur Welt gekommen sind, müssen sie an die Wasseroberfläche. Deswegen hilft das Weibchen den Jungen und stupst sie mit der Nase nach oben. Kurz vor der Geburt erschweren sich ihre Bewegungen. Deswegen gesellen sich ihr während der Geburt zwei Delfinweibchen dazu. Die Helferinnen schwimmen vor der Geburt in der Nähe der werdenden Mutter, damit ihr nichts passiert. Ihre Aufgabe besteht darin, die werdende Mutter, deren Bewegungen vor der Geburt verlangsamt sind und die sich daher nicht gegen Gefahren zur Wehr setzen kann, zu schützen. Weil sie vor der Geburt einen Blutgeruch verströmt, zieht sie Haifische an, die eine große Gefahr für sie darstellen.
| Delfine bewegen sich im Schwarm und schützen einander vor Gefahren. Während der Geburt wird der Mutter von anderen Delfinen geholfen. |
| Normalerweise kümmern sich nicht nur die Mutter, sondern auch die Tanten und Großmutter um ein Elefantenbaby. |
Die meisten Schakaljungen bleiben nachdem sie ausgewachsen sind in der Nähe ihrer Mutter. Und im kommenden Jahr helfen sie ihren Müttern bei der Aufzucht der neuen Brut. Auf dem Bild sieht man einen Schakal, der sich um seine Geschwister kümmert. |
Afrikanische Jagdhunde leben in ähnlichen Verbänden aus rund zehn Tieren zusammen. Die Männchen und Weibchen teilen sich den Schutz und die Nahrungssuche für die Jungen auf. Um nicht zu sagen, sie konkurrieren förmlich um die Pflege der Jungen. Wenn ein Beutetier erlegt wurde, bilden die Erwachsenen einen Kreis darum, um die Hyänen fern zu halten. Die Jungen nehmen sie ins Innere und lassen sie zuerst fressen.129
In einem Pavianrudel hilft der Anführer der Gruppe den Kranken oder Verletzten. Ausgewachsene Paviane adoptieren Jungtiere, die ihren Vater oder Mutter verloren haben. Sie erlauben den Halbweisen mit ihnen in der Herde zu laufen und nachts an ihrer Seite zu bleiben. Wenn die Herde den Ort wechselt und die Mutter ein Junges nicht auf dem Rücken tragen kann, so nimmt sie das Kleine an der Hand und es muss laufen. Doch weil das Jungtier schnell ermüdet, muss oft Rast eingelegt werden. Daher bleiben sie hinter der Herde zurück. Wenn der Anführer dies bemerkt, kehrt er sofort um, geht zur Pavianmutter mit ihrem Jungen und wenn das Junge stehen bleibt, bleiben daraufhin alle stehen.130 Schakale bleiben nach der Stillzeit normalerweise bei ihren Müttern und kümmern sich um die Jungen, die die Mutter nach ihnen zur Welt bringt. Der helfende Schakal bringt Futter und hält wilde Tiere vom Bau fern und sorgt dadurch dafür, dass der Nachwuchs eine höhere Überlebenschance hat.131
Doch Schakale sind nicht das einzige Beispiel für Tiere, die sich ihrer Geschwister annehmen. Auch bei den Blässhühnchen und einigen Schwalbenarten kümmern sich die Jungen aus der ersten Brut um die nachfolgende zweite Brut.
Viele Bienenfresserpärchen helfen anderen Pärchen bei der Pflege ihrer Jungtiere. Diese Art von Hilfe kann man bei Vögeln häufig beobachten.
Die Tatsache, dass Tiere sich um den Nachwuchs anderer kümmern und diese Verantwortung auf sich nehmen, ist ein weiterer Beweis, der die Aussagen der Evolutionstheorie entkräftet. Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, behaupten die Evolutionisten, dass Tiere, die Opferbereitschaft zeigen, so handeln, damit ihre Gene an die kommende Generation weitergegeben werden und deswegen Verhaltensweisen, die wie Opferbereitschaft aussehen, eigentlich mit Egoismus begründbar sind. Doch die Tiere, die wir in diesem Kapitel kennen gelernt haben, kümmern sich nicht nur um Lebewesen, die dieselben Gene tragen, sondern auch um andere, die Hilfe brauchen. Die Theorie des „Egoistischen Gens” ist also ebenso wenig wissenschaftlich haltbar wie die anderen Theorien der Evolutionisten. Denn es ist auch unmöglich, dass ein Tier, das weder Verstand noch Bewusstsein hat, Sorge dafür tragen kann, seine Gene in die nächste Generation weiterzugeben. Wenn man aber behauptet, dass ein Lebewesen auf die Sorge um seine Gene programmiert wurde, so muss man gleichzeitig eingestehen, dass eine intelligente und wissende Existenz besteht, die dieses Programm erstellt hat.
Es ist offensichtlich, dass jedes Lebewesen, dem wir in der Natur begegnen, mitsamt seinen Eigenschaften von der Existenz eines erhabenen Schöpfers zeugt. Und dieser Schöpfer ist der barmherzige und gütige Gott.
Jeder einzelne weiss, was er zu tun hat und erledigt dies mustergültig. Für jeden Einzelnen stehen die anderen Bewohner der Kolonie und insbesondere die schutzlosen Larven im Vordergrund. Man kann nicht eine einzige egoistische Verhaltensweise an Bienen, Termiten oder Ameisen entdecken. Das Leben in einer Kolonie folgt einer mustergültigen Ordnung und es können große Erfolge erzielt werden.
Peter Kropotkin beschreibt in seinem Buch, welche großen Erfolge Ameisen und Termiten durch ihre gegenseitige Hilfe erzielen, folgendermaßen:
Hätten die unglaublichen Bauten der Termiten und Ameisen dieselbe Größe wie die Werke des Menschen, so würden sie bei einem direkten Vergleich weitaus überragender abschneiden. Asphaltierte Wege, Galerien, die sich über den Boden wölben, breite Gänge und Getreidespeicher, Getreideflächen, Erntearbeiten, intelligente Methoden bei der Pflege der Eier und Larven, … und nicht zuletzt ihr Mut und übermäßiger Verstand, all dieses ist ein natürliches Ergebnis aus ihrer gegenseitigen Hilfsbereitschaft in diesem mühsamen und ermüdenden Leben.132In diesem Kapitel werden einige Beispiele für Opferbereitschaft und Zusammenarbeit in Ameisenkolonien und Bienenstöcken aufgezeigt.
| Bei jeder Ameisenart trifft man auf andere Beispiele von Opferbereitschaft und Solidarität. Die einen bewachen die Artgenossen, die Blätter tragen, andere lagern Nahrung für ihre Artgenossen in ihren Körpern. Oben: Blattschneideameisen in Begleitung ihrer Beschützer. Mitte: Honigtopfameisen. Unten: Eine Ameise, die sich sorgsam um die Larven kümmert. Arbeiterameisen sind für ihren Fleiß und ihre Opferbereitschaft bekannt und arbeiten ihr Leben lang ohne Pause. Dabei helfen sie den anderen Mitgliedern der Kolonie beim Überleben. |
3. Ameisen teilen nicht nur die Nahrung aus ihrem Magen, sie versuchen auch so vielen anderen wie möglich mitzuteilen, wo sie das Futter gefunden haben. In diesem Verhalten kann man kein Anzeichen sehen, dass sie sich nur für sich selber einsetzen. Wenn eine Ameise eine neue Nahrungsquelle gefunden hat, dann füllt sie damit ihren Schlund und kehrt zur Kolonie zurück. Bei ihrer Rückkehr reibt sie ihren Bauch in kurzen Abständen über den Boden und hinterlässt so eine chemische Botschaft. Doch das reicht noch nicht aus. Wenn sie an den Ameisenhaufen zurückgekehrt ist, macht sie einen schnellen Rundgang. Das wiederholt sie drei bis sechs Mal. Durch diese Bewegung erregt sie die Aufmerksamkeit der Mitbewohner. So folgen ihr die anderen, wenn sie zu der frisch entdeckten Nahrungsquelle zurückkehrt.
4. Mit mittelgroßen Arbeiterameisen, die Blätter schneiden, sind den gesamten Tag damit beschäftigt Blätter zu tragen. Doch währenddessen sind sie absolut schutzlos. Insbesondere einer ganz bestimmten Fliegenart gegenüber. Diese Fliegenart legt ihre Eier in den Kopf der Ameise. Nachdem sich das Ei im Körper der Ameise entwickelt hat, schlüpft die Larve und dringt bis in das Gehirn des Wirtstieres vor, was dessen Tod bedeuten kann. Die Arbeiterameisen können sich, während sie Blätter tragen, gegen diese Gefahr nicht schützen Doch mit dieser Aufgabe sind andere betraut. Kleine Ameisen aus derselben Kolonie setzen sich auf die Blätter und wenn eine Fliege angreift, gehen die kleinen Beschützer auf dem Blatt zur Verteidigung über.135
5. Einige Ameisen ernähren sich von zuckerhaltigem Pflanzensaft und daher nennt man sie Honigtopfameisen. Die Honigtopfameisen transportieren die süße Nahrung, die sie aus den Pflanzenblättern saugen, zu ihrem Bau und lagern ihn dort auf höchst erstaunliche Art und Weise. Einige junge Ameisen betätigen sich als "lebendiges Vorratsglas". Wenn die Arbeiter mit dem Honig im Laib zum Bau zurückkehren, übergeben sie diesen in den Mund der jungen Arbeiterameisen. Der untere Körperteil der Honigträgerbienen bläht sich auf und wird zu einem Honigsack. Manchmal werden sie dabei so groß wie eine Weintraube.136 25-30 davon hängen sich mit den Füßen pro Zimmer von der Decke und verharren in dieser Lage. Falls eine herunterfällt, wird sie von den Arbeiterameisen sofort wieder in ihre vorherige Position gebracht. Der Honig in ihren Bäuchen ist ungefähr acht Mal schwerer als ihr eigenes Körpergewicht. Im Winter oder in Dürrezeiten besuchen die Arbeiter die Honiggefäße und decken ihren täglichen Bedarf an Nahrung. Dazu pressen die beiden Ameisen ihre Mäuler aufeinander und mit einer leichten Muskelbewegung lässt die Ameise den Honig in das Maul der anderen tropfen. Zweifelsohne ist es unmöglich, dass Ameisen ein solches Lagerungssystem aus freiem Willen entwickelt haben. Noch dazu zeigt die Ameise, die als Aufbewahrung dient, große Opferbereitschaft. Ein Gewicht, das acht Mal mehr ist als das eigene Körpergewicht zu tragen und dabei verkehrt herum von der Decke zu hängen, ist ein großes Opfer. Noch dazu erwarten sie dafür keine Gegenleistung. Mit großer Geduld verharren sie in dieser Position und helfen somit jeder einzelnen Ameise in der Kolonie, an Futter zu kommen. Es ist eine Tatsache, dass sich weder diese Methode noch der dazugehörige Körperbau nicht durch Zufall entwickelt haben können. Und über Generationen finden sich in jeder Kolonie erneut Ameisen, die diese Aufgabe freiwillig auf sich nehmen. Dies ist ein eindeutiger Beweis, dass alle Ameisen durch die Eingebung Gottes, des Schöpfers, handeln.
6. Wenn es nötig ist die Kolonie gegen einen Angriff zu schützen, begehen die Ameisen manchmal auch Selbstmord, um dem Feind zu schaden. Viele Ameisenarten kennen diese auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführten Selbstmordangriffe. Eine in diesem Zusammenhang besonders interessante Ameise lebt im Regenwald Malaysias. Diese Ameisen haben einen Giftsack, der sich von ihren Kiefern bis zum Rücken erstreckt. Wenn die Ameise von Feinden umringt ist, spannt sie ihre Bauchmuskeln fest an, um diesen Giftsack zum Platzen zu bringen und das Gift über ihren Feinden auszuschütten. Dabei stirbt die Ameise.137
7. Für die Fortpflanzung nehmen männliche und weibliche Ameisen unterschiedliche Opfer auf sich. Kurz nach dem Paarungsflug stirbt das beflügelte Männchen. Das Weibchen sucht sich ein geeignetes Nest und sobald sie es gefunden hat, reißt sie sich die Flügel aus. Dann verschließt sie den Eingang und verweilt über Wochen, oft auch Monate, ohne Nahrung dort alleine um die ersten Eier als Königin abzulegen. In dieser Zeit ernährt sie sich, indem sie ihre eigenen Flügel isst. Die Larven, die aus den ersten Eiern schlüpfen, ernährt sie mit ihrem eigenen Speichel. Das ist die Zeit, in der die Königin die Ameisen ganz alleine versorgt. So baut sie die Kolonie auf.
8. Wenn der Bau zerstört wird, versuchen die Ameisen um jeden Preis ihre Jungen zu schützen. Die Soldatenameisen im Nest gehen sofort zum Angriff über und verteidigen das Revier, wenn ein Angriff stattfindet. Die Arbeiterameisen machen sich dann sofort in Richtung der Kinderzimmer auf, um die hilfelosen Larven zu retten. Sie tragen die jungen Ameisen und Larven im Mund aus dem Nest und verstecken sie, bis der Feind verschwunden ist.138 Eigentlich würde man von einem Tier wie der Ameise erwarten, dass sie in einem Gefahrenmoment versucht sich selber in Sicherheit zu bringen und einen sicheren Ort sucht. Doch weder die Wächter, noch die Soldatenameisen, noch die Arbeiterameisen denken an ihre eigenes Leben. Jede einzelne würde für die andere ihr Leben riskieren. Das ist die höchste Opferbereitschaft. Und seit Millionen von Jahren verhalten sich die Ameisen so.
Was wir bisher berichtet haben, ist sicherlich ein höchst erstaunliches Verhalten im Tierreich. Doch es muss darauf hingewiesen werden, dass es winzige kleine Tiere sind, die dieses Verhalten an den Tag legen. Weil der Mensch daran gewöhnt ist, täglich Ameisen zu sehen, misst er ihnen keine besondere Bedeutung mehr zu. Doch der Verstand, den wir erkennen, wenn wir sie wahrnehmen und ihr Verhalten studieren, lässt sich nicht übersehen. Diese winzigen Kreaturen, deren Gehirn aus einem Nervensystem besteht, das zu klein ist um durch das menschliche Auge wahrgenommen zu werden, vollziehen vollkommen unerwartete, ziemlich bewusste Handlungen. Denn seit Abermillionen Jahren führt jede einzelne von ihnen diszipliniert die Aufgaben durch, die ihr aufgetragen sind. Sie liegen in der Obhut Gottes, des Schöpfers und handeln nach Seiner Eingebung.
So wie die Ameisen, sind alle Lebewesen in der Obhut Gottes und der Quran lehrt dazu folgendes:
Ihm ergibt sich, was in den Himmeln und auf Erden ist, freiwillig oder widerwillig, und zu Ihm müssen sie alle zurück. (Sure Al-Imran, 83)
| Arbeiterbiene kümmert sich um die Larven. |
Wir können das Leben einer Arbeiterbiene und deren Opferbereitschaft folgendermaßen beschreiben:
| |
| |
| Die die Waben säubern. |
Die ausgewachsenen Bienen schwärmen aus, um nach nektarspendenden Blüten zu suchen. Die Nahrungssuche ist eine sehr anstrengende Tätigkeit. Nach zwei bis drei Wochen Arbeit ist eine Arbeiterbiene erschöpft und verendet.139 Doch das eigentlich wichtige ist folgendes: Eine Biene produziert weit mehr Honig, als sie selber benötigt. Diese Tatsache bedarf einer Erklärung. Mit dem Trugschluss der Evolutionisten lässt sich nicht erklären, warum ein unbewusstes Wesen, das sich im eigenen Überlebenskampf befindet, so eine mühevolle Aufgabe so hartnäckig und beharrlich durchführt.
Hier begegnen wir mit einer weiteren Wahrheit Gottes. Wie wir bereits anhand der Nahl Sure festgestellt haben, „offenbart” Gott der Honigbiene, Honig zu produzieren. Und das ist der einzige Grund für die unendliche Opferbereitschaft der Honigbiene. Sie folgen dem Auftrag ihres Schöpfers. Was der Mensch im Angesicht dieser Wahrheit denkt, findet sich in der Fortsetzung der Sure an-Nahl: „...Ohne Zweifel liegt hier eine Wahrheit verborgen, die für eine denkende Gesellschaft Wirklichkeit ist." (Sure an-Nahl, 69)
| Die sich um ihre Königin kümmern. |
Wenn am Eingang des Stocks ein Fremder ausgemacht wird, reagieren die Wachbienen sehr harsch. Mit einem schnellen Flügelschlag warnen sie sofort die Anderen. Gegen den Eindringling verwenden sie ihren giftigen Stachel. Dieses Gift enthält gleichzeitig einen Duftstoff, der sich im Stock verbreitet und ein starkes Gefahrensignal ist. Dem folgen die Bienen, indem sie sich kampfbereit zum Eingang des Stocks begeben.
Wenn die Wachbiene mit ihrem Stachel den Feind verletzt und ihm das Gift spritzt, wird der Geruch noch intensiver. Je stärker der Geruch ist, desto entschlossener kämpfen die Bienen.140
Wie kann man erklären, dass ein kleines Lebewesen vom Moment seiner Geburt an ohne Pause und ohne zu ermüden mit größter Sorgfalt und sogar unter in Kaufnahme des Todes sich für andere einsetzt? Darüber hinaus weisen seit Millionen von Jahren überall auf der Welt sowohl die Honigbienen als auch die Ameisen genau diese Opferbereitschaft auf. Es ist also kurz gesagt eindeutig, dass der erhabene Schöpfer aller Kreaturen, Gott, diesen Lebewesen ihr Handeln vorgibt, dass so viele Opfer in dieser kurzen Frist bereithält.
„Siehe, ich vertraue auf Gott, meinen Herrn und eueren Herrn. Kein Lebewesen gibt es auf Erden, das Er nicht am Schopf erfasst. Siehe, meines Herren Weg ist gerade.” (Sure Hud, 56)